Samstag, 26. August 2017

Stockholm Teil 1 – Gamla Stan und Märchenhaftes auf Djurgården



Heute geht endlich der erste Teil meiner Stockholm-Posts online. Ich habe doch etwas länger gebraucht, um ihn zu schreiben, weil nach einem Urlaub erfahrungsgemäß immer sehr viel anderes ansteht. Und wenn ich eins in Stockholm gelernt habe, dann: sich nicht stressen lassen, gelassen bleiben und jede Auszeit zu nutzen. Und vor allem habe ich so viele Fotos gemacht, wir haben so vieles gesehen und erlebt und das galt es erstmal zu sortieren, zu bearbeiten und zu beschreiben.

Und damit sind wir auch schon mittendrin. Ich habe immer gedacht, wenn ich mal auswandern würde, dann wäre es wahrscheinlich Schottland mit seinen grünen Bergen in den Highlands, den endlosen Wiesen und Weiden und den kleinen gemütlichen Cottages. Doch da habe ich mich geirrt. Denn nun steht Stockholm ganz oben auf der Liste. Eine Großstadt, die so viel Flair einer Kleinstadt versprüht. Eine Hauptstadt, die so viele verschiedene Kulturen vereint und dennoch niemals gestresst oder unfreundlich wirkt. Den lässigen und teilweise unkonventionellen Lifestyle der Schweden bzw. der Stockholmer kann man sich als Deutsche wirklich in Teilen annehmen. Jetzt bin ich ein Fan der schwedischen Hauptstadt. Die Menschen sind freundlich, die Stadt versprüht überall ein nordisch-maritimes Flair und verzaubert mit pittoresken Gassen sowie historischen Gebäuden.
Aber von vorne: Wir waren Anfang August für vier Tage in der schwedischen Hauptstadt. Ohne Adam. Erstens weil wir uns viel anschauen wollten und ihm dieses Pensum noch nicht zumuten wollten. Und Zweitens, weil auch Eltern mal eine Auszeit brauchen. Und dazu eignet sich ein Städtetrip wirklich hervorragend. Geflogen sind wir mit Air Berlin von Tegel nach Arlanda. Rückblickend hatten wir ja noch Glück, dass alles reibungslos funktioniert hat. Wir hatten übrigens nur Handgepäck dabei, aber für 4 Tage bekommt man alles, was man braucht, in die erlaubten Handgepäckkoffer. Nur bei den Mitbringseln muss man sich dann einschränken. Vom Flughafen Arlanda fährt der Express-Zug in 20 Minuten zum Hauptbahnhof. Entspannter und schneller geht’s nicht. Man kann auch den Bus oder das Taxi nehmen, aber wir wollten einfach schnell im Zentrum sein. Am Hauptbahnhof schlossen wir erstmal unsere Koffer ein. In unser Hotel konnten wir erst am Nachmittag und so nutzten wir den Vor- und Nachmittag im Zentrum schon einmal dazu, uns zu orientieren.

Da Stockholm aus zahlreichen Inseln besteht, brauchten wir den Stadtplan doch häufiger als gedacht, aber gerade die Innenstadt, die Gamla Stan, ist einfach einen Besuch wert. Vor allem der Mittelpunkt, das Startorget, besticht durch seine einzigartige Optik. Die Giebel der Häuser aus verschiedenen Epochen sind so farbenfroh und wunderschön, dass es mich gar nicht wundert, dass dieses Motiv in jedem Reiseführer ganz vorne zu finden ist. Und es sieht in Wirklichkeit genauso toll aus, wie auf den Bildern, die ich vor dem Urlaub im Internet und Stockholm-Apps gesehen habe. Richtiges Sightseeing haben wir am ersten Tag aber noch nicht gemacht. Wir haben uns einfach treiben lassen, haben uns von der Atmosphäre mitziehen lassen und haben uns so ein leckeres schwedisches Eis gegönnt, dass es sich allein deshalb schon lohnt, noch einmal nach Stockholm zu fliegen. Das Softeis, das es bei Ikea zu kaufen gibt, kommt dem Softeis in Schwedens Geschäften schon sehr nahe, doch vor Ort ist es noch cremiger, noch sahniger und einfach superlecker. Auch die verschiedenen Speiseeissorten sind der Knaller und wir konnten uns so gar nicht entscheiden. Aber wir hatten ja auch noch einige Tage vor uns und haben uns durchprobiert. In manchen Eisläden geht es zu wie sonst im Sandwichladen. Man kann sich eine Waffel aussuchen (hell oder dunkel, mit Streußeln am Schokorand, noch warm, oder in Form eines Bechers) und dann mit den Lieblingssorten bestücken. Auch beim Topping sind keine Grenzen gesetzt. Da können sich andere Urlaubsländer wirklich eine Scheibe abschneiden. 


Startorget


Gewohnt haben wir im Park Inn im Stadtteil Hammarby Sjostad ein wenig außerhalb des Zentrums, aber mit Bus und U-Bahn sehr schnell zu erreichen. Hammerby Sjostad ist ebenfalls wunderschön, aber eben auf eine modernere Art und Weise als das Zentrum. Früher war dieses Viertel ein heruntergekommenes Industriegebiet, heute kommen Stadtplaner aus der ganzen Welt, um sich diesen Stadtteil anzusehen und sich Inspirationen zu holen. Es besteht auch hochmodernen Wohnhäusern, in denen vor allem Familien mit Kindern leben. Umweltschutz und Nachhaltigkeit werden dort großgeschrieben, die Infrastruktur ist gerade für Familien hervorragend und die Wohnungen haben fast alle einen Balkon und Blick aufs Wasser. In Hammarby Sjostad kann man sich wirklich vorstellen, zu wohnen. Um den ersten Tag gemütlich ausklingen zu lassen und vor allem, weil uns der Magen in den Kniekehlen hing (Eis macht eben doch nicht satt), haben wir uns für ein texanisches Restaurant direkt am Wasser entschieden. Die mit Chili und Rindfleisch überbackenen Nachos waren wirklich jede einzelne Krone wert.

Den zweiten Tag verbrachten wir auf der Insel Djurgården. Eine Insel, auf der sich eine Sehenswürdigkeit an die nächste reiht und auf der man, rückblickend betrachtet, auch locker zwei oder drei Tage hätte verbringen können. Aber wir hatten nur den einen Tag und was wir in diesen Stunden gesehen und erlebt haben und was wir für eine Strecke gelaufen sind, darauf kann man schon stolz sein. Von der Gamla Stan kommt man ganz bequem mit der Fähre nach Djurgården. Fähren sind in Stockholm ganz alltäglich und normale Nahverkehrsangebote. 

Gröna Lund Freizeitpark



Begonnen haben wir auf der Insel – natürlich – mit dem ABBA-Museum. Die Musik fand ich schon immer toll, sie lief in meiner Kindheit zu Hause hoch und runter und auch der Film kam mehr als einmal im heimischen Fernseher. Deshalb war ich auf das Museum total gespannt. Zum Museum mache ich nochmal einen eigenen Post. 



Unsere zweite Station war das älteste Freilichtmuseum der Welt – Skansen. In diesem riesigen Park ist bereits Ende des 19. Jahrhunderts Schwedens Geschichte lebendig geworden. Rund 150 Gebäude aus dem ganzen Land und aus den unterschiedlichsten sozialen Umgebungen wurden extra nach Skansen gebracht, originalgetreu eingerichtet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, um die Schwedische Geschichte erlebbar zu machen. Und natürlich findet man dort auch die typischen roten Holzhäuser mit weißen Fenstern und weißer Terrasse, die einen sofort nach Bullerbü entführen. Allein im Skansen kann man einen ganzen Tag verbringen, vor allem für Familien und auch für Schulklassen eignet sich dieses Freilichtmuseum perfekt. Skansen zeigt, dass ein Museum weder verstaubt noch langweilig sein muss. 








Nur wenige Meter neben Skansen und dem benachbarten ABBA-Museum befindet sich ein anderes Museum, das ich unbedingt sehen wollte. Das Vasa-Museum. Ein Gebäude, das extra für das im Hafen gesunkene und nach 333 Jahren im Wasser endlich gehobene Kriegsschiff gebaut wurde. Selten habe ich solch ein imposantes Exponat in einem Museum gesehen. Bereits bei ihrer Jungfernfahrt war die Vasa gekentert und gesunken, hatte Jahrhunderte unter Wasser verbracht und wurde in den 60er Jahren geborgen und aufwendig restauriert. Sie ist noch heute fast vollständig erhalten und ein absoluter Touristenmagnet. Und auch ich kann es nur jedem empfehlen. Auch allen, die sich vielleicht nicht für Geschichte, Schiffe oder Restauration interessieren. Die Vasa ist auf jeden Fall ein Muss in Stockholm. Im Shop haben wir für Adam übrigens das „Vasa-Märchen“ gekauft. Eine Geschichte, die aus der Sicht des Schiffes erzählt wird und mit vielen detaillierten Illustrationen bebildert ist. 

Vasa Museum

Die Vasa



Nachdem wir uns am zweiten Tag musikalisch und vor allem geschichtlich gebildet hatten, wollte nun auch das Kind in mir seinen Spaß haben. Das Junibacken stand auf dem Programm. Als letztes Museum an diesem Tag. Das Junibacken ist eine Heimat für all die schwedischen Kindergeschichten, die auch ich als kleines Mädchen regelrecht verschlungen habe, und vor allem ist es die Heimat der Figuren von Astrid Lindgren. Mit dem „Story Train“ tauchten wir in die Geschichten zwischen den Buchseiten ein, flogen mit Karlsson vom Dach, besuchten Michel auf dem Katthult-Hof in Lönneberga und Ronja Räubertochter auf der Mattisburg. Der Erzähltext, der im „Story Train“ läuft war übrigens der letzte, den die Kinderbuchautorin vor ihrem Tod geschrieben hat. Sie hatte auch einen großen Anteil an der Gestaltung des Junibacken und das Ergebnis ist einfach umwerfend. Ein absolutes Highlight ist die Villa Kunterbunt von Pippi Langstrumpf, die für Kinder zum Spielen und Toben gebaut wurde. Dort können sich Kinder wie Pippi fühlen und auf dem Kleinen Onkel reiten. Ein absolutes Paradies – auch für mich. 

Eine Reise mit dem Story Train im Junibacken

Villa Kunterbunt

Pippi Langstrumpfs Küche
So das war der erste Teil unserer Stockholm-Reise. Ward ihr schon einmal dort? Und was waren eure Highlights?

Kommentare:

  1. Wow, das sind ganz tolle Eindrücke!

    Dein Blog scheint echt interessant und schön zu sein! Ich werde dich auf jeden Fall weiterhin verfolgen. Vielleicht fändest du ja auch die Idee cool sich gegenseitig zu unterstützen.. :) (Blog, Insta, Bloglovin..) Du darfst auch gerne mal bei meinem YouTube Kanal vorbeischauen.. ich habe dort noch nicht soo viele Aufrufe aber freue mich über jeden neuen. Fände es cool von dir zu hören! :)

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    1. Ja sehr gerne, das fänd ich toll. Hab mich auf deinem Blog schon umgeschaut.
      LG Bianca

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  2. Sehr schöne Bilder und Eindrücke! Ich war vor kurzem auch in Stockholm und fand es dort einfach wundervoll!

    Liebe Grüße
    Jimena von littlethingcalledlove.de

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    1. Ja Stockholm war wundervoll. Ich will unbedingt nochmal hin, dieses Mal aber mit meinem Sohn.
      LG Bianca

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  3. Ein wunderbarer Reisebericht <3 Stockholm wäre auch was für mich :)

    Liebe Grüße,
    Sarah von www.vintage-diary.com

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    1. Stockholm hat für jeden etwas zu bieten :-)
      LG Bianca

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